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Bringt frankly die überhöhten Säule 3a Preise ins Rutschen?

 

Seit kurzem gibt es ein weiteres interessantes Produkt für die dritte Säule. Ich stelle dir auf meinem Schweizer Finanzblog das neue Produkt vor und zeige dir die Vor- und Nachteile zu bereits bestehenden Säule 3a Produkten.

 

Die Zürcher Kantonalbank hat im März ihr Säule 3a Produkt frankly auf den Markt gebracht. Wie das bereits vorgestellte Produkt VIAC ist frankly auch eine App für dein Smartphone. Die All-in-Fee beträgt 0.48%, egal welche Strategie und egal in welchen Fonds du investierst. Etwas speziell ist, dass diese Fee auch auf deinem Kontoguthaben fällig wird. Auf dem Kontoguthaben bekommst du einen Zins von 0.05%. Es macht also überhaupt keinen Sinn grössere Beträge als Kontoguthaben rumliegen zu lassen.

Das tolle an der All-in-Fee: Je mehr Gelder angelegt sind, desto tiefer wird die Gebühr. Sind zum Beispiel gesamthaft 100 Millionen Franken angelegt, dann fällt die All-in-Fee für alle Nutzer auf 0.47%.

 

 

Darstellung aus der App von frankly: nächste Stufen des All-in-Fees

Die Fonds

Die Anlageprodukte wurden von Swisscanto, einer 100% Tochtergesellschaft der Zürcher Kantonalbank, entwickelt. Es stehen fünf Strategien und acht Anlageprodukte zur Verfügung. Die Spanne reicht von „Sicherheitsbewusst“ mit dem Fonds „Light 10 Active“ mit 75% Obligationen, 15% Immobilien und 10% Aktien bis hin zu „Chancenorientiert“ mit dem Fonds „Extreme 95 Index“ mit 95% Aktien, 2.5% Immobilien und 2.5% Edelmetallen. Das Bemerkenswerte dabei ist, dass alle Fonds, egal ob aktiv gemanagt oder einem Index folgend, die gleiche All-in-Fee haben.

Wenn du dir nicht sicher bist, welcher Fonds zu dir passt, kannst du dir von frankly einen Fonds vorschlagen lassen. Ich würde immer einen indexierten, regelbasierten Fonds wählen. Die Renditeerwartungen sind bei diesen Produkten höher.

Leider sind die Fonds darüberhinaus nicht sonderlich transparent. Die Aufteilung auf die verschiedenen Regionen ist nicht auf den ersten Blick ersichtlich. Da bietet VIAC mehr Transparenz und man kann beim Vorreiter der digitalen dritten Säule die Verteilung der einzelnen Anlageklassen viel selbständiger vornehmen, falls man das denn möchte. Aber natürlich bietet VIAC auch vordefinierte Strategien an.

Praktisches

Die Eröffnung lief bei mir problemlos, ist wirklich einfach und dauerte keine fünf Minuten. Auch der Transfer von einem bestehenden Säule 3a Konto zu frankly ist einfach und unkompliziert. Frankly übernimmt sogar deine Transaktionskosten oder Kontosaldierungsgebühren, die beim Transfer von deinem alten Anbieter entstehen können. Leider habe ich keine Nachricht erhalten, dass das transferierte Geld nun in der App verfügbar ist, es war einfach plötzlich da. Das ist sicher ein Punkt zum Nachbessern.

Anders als bei VIAC kannst du selber entscheiden, ob alles Geld in den gewählten Fonds angelegt werden soll, oder wie viel du wann investieren möchtest. Da du ja aber auf alles, also auch auf das nicht investiertes Geld, die All-in-Fee bezahlst, macht es wenig Sinn über längere Zeit viel Cash auf deinem Konto zu lagern. Ich habe mich für einen schrittweisen Einstieg entschieden und investiere nun regelmässig selbständig von meinem transferierten Geld in den Fonds.

Auch ein Wechsel des Fonds ist möglich, allerdings immer nur den Gesamtbetrag. Es besteht aber die Möglichkeit mehrere Konten zu eröffnen, was ab einer bestimmten Kontengrösse sicher sinnvoll ist. 

Fazit

Die App ist wirklich sehr einfach gehalten und auch AnfängerInnen finden sich schnell zurecht. Das hat aber auch seine negativen Seiten. So kann man selber fast nichts entscheiden und worin man eigentlich investiert, bleibt grösstenteils im Dunkeln. Es werden nur die grössten zehn Positionen ausgewiesen. Die Gesamtzahl der Positionen wird auf dem Factsheet als nicht vorhandener Wert dargestellt. Auch hier sollte in Sache Transparenz nachgebessert werden.

VIAC bietet darüberhinaus auch nachhaltige Strategien an. Swisscanto schreibt dazu nur, dass nachhaltige Überlegungen, wenn immer möglich, in allen Fonds angewendet würden. Das ist ebensowenig transparent wie die Zusammensetzung ihrer Fonds.

Für mich bleibt VIAC immer noch klarer Marktführer. Es ist aber zu hoffen, dass andere Anbieter nachziehen und so die teilweise überhöhten Verwaltungsgebühren in der Schweiz weiter ins Rutschen kommen.

UPDATE

Mitte Mai wurde die erste Schwelle von 100 Mio. Community-Vermögen bereits erreicht. Die All-in-Fee beträgt nun 0.47% (bisher 0.48%). Die nächste Schwelle für die All-in-Fee von 0.46 liegt bei 500 Mio.

Profitieren

  • Nutze bei der Kontoeröffnung den Gutschein-Code FINANZDEPOT und erhalte CHF 50 Rabatt auf die All-in-Fee. (Nur für frankly Neukunden. Einlösbar bis 31.12.2021. Nicht mit anderen Gutscheincodes kumulierbar.)

Weiterführende Links

Wo hast du deine Säule 3a abgeschlossen? Hast du überhaupt eine?

 

Hast du Fragen zum Artikel oder wünschst du ein anderes Finanz-Thema detaillierter erläutert, dann schreib es unten in die Kommentare. Ich freue mich auf deine Anregungen und deine Meinung.


Transparenz und Disclaimer 

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