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Neon vs. Zak - welche Schweizer Banking App ist die beste?

 

Seit Anfang Jahr nutze ich neben der App von Zak, welche ich nun schon bald seit zwei Jahren als Hauptbank verwende, auch die App von neon. Hier erfährst du, welche Schweizer Banking App momentan die Nase vorn hat.

Neon vs. Zak, Gegenüberstellung der Zahlkarten

 

  NEON ZAK
Wo liegt mein Geld? Hypothekarbank Lenzburg Bank Cler (vormals Bank Coop)
Kontoeröffnung/Kontoschliessung kostenlos kostenlos
Karten Mastercard: gratis

Maestro-Karte: gratis

Mastercard: gratis

   
Apple/Google Pay noch nicht möglich (in Arbeit)

Virtuelle Zak Visa Prepaidkarte, Aufladen in Echtzeit möglich

Mastercard kann hinterlegt werden

Bargeldbezug in der Schweiz 2x pro Monat gratis, danach 2.00 CHF

mit Sonect immer gratis

gratis an Bankomaten der Bank Cler

2.00 CHF an fremden Bankomaten 

   
Bargeldbezug im Ausland 1.5% auf den Betrag CHF 5.00 pro Bezug
Einkauf Inland, Bezahlung mit Karte kostenlos kostenlos
Einkauf Ausland, Bezahlung mit Karte Keine Auslandsgebühren, ohne Wechselkursaufschlag

Maestro-Karte: CHF 1.50

Mastercard: 2.5% des Betrags zum Umrechnungskurs (Wechselkurs plus branchenübliche Spreads/Gebühren)

Visa Prepaidkarte: Referenzkurs der Cornèr Bank ohne Aufschläge

Überweisung Ausland SEPA (EUR) Überweisungen mit TransferWise (siehe neuen Blogbeitrag)

Wechselkurs plus branchenübliche Spreads/Gebühren

Spartöpfe nicht vorhanden ja
eBill ja noch nicht möglich (in Arbeit)
TWINT Prepaid Prepaid

Alle andern verfügbaren Dienstleistungen und Preise findest du auf den Websites von neon und Zak.

Neon

Die Gestaltung beider Apps ist sehr übersichtlich. Neon kommt allerdings frischer und ausgeklügelter daher. Die Bedienung ist sehr einfach und es wird sehr übersichtlich dargestellt, wie viele Bargeldbezüge du in diesem Monat noch gratis tätigen kannst und auch die Anbindung an Sonect funktionierte bei mir einwandfrei.

Ein grosser Vorteil sehe ich in der Anbindung an eBill. Damit erhältst du Rechnungen direkt in die App und kannst sie dort anschauen, kontrollieren und freigeben. So entfällt das Scannen der Papierrechnungen, welches aber auch zuverlässig funktioniert. 

 

Beim Bezahlen im Laden oder wenn du einen Bargeldbezug tätigst, erhältst du eine SMS. Darin siehst du den abgezogenen Betrag und die Bezeichnung des Ladens. Du kannst also unmittelbar überprüfen, ob die Zahlung wirklich von dir durchgeführt wurde. Anhand der Logos erkennst du auf dem Startbildschirm auch sofort, wofür du dein Geld ausgibst.

Schön wäre, wenn - wie bei Banking-Anbietern aus dem Ausland - eine Push Nachricht aufs Smartphone käme. Laut neon wird momentan daran gearbeitet.

 

Und natürlich ist es toll, dass man zweimal pro Monat gratis Geld beziehen kann. Ebenfalls finde ich Sonect eine sehr praktische Lösung, gibt es in der Schweiz doch sehr viele Kioske. Aber auch in Restaurants, Kaffes, Einkaufsläden und Bars kann mittlerweile Bargeld bezogen werden. Zu Beginn wussten die Mitarbeitenden mit dem Sonect-Code auf dem Smartphone nicht viel anzufangen, aber das hat sich mittlerweile zum Glück geändert, so dass ich seltener auf erstaunte Gesichter stosse. In Zeiten von Corona nutze ich jedoch Bargeld eh kaum noch.

 

Und wenn wir schon beim Thema sind: Wegen der Corona-Krise konnte ich die Mastercard leider noch nicht im Ausland ausprobieren. Denn was neon definitiv von allen anderen Schweizer Anbietern abhebt, ist der vorteilhafte Wechselkurs. Neon rechnet mit dem Mastercard-Referenzkurs und schlägt nicht, wie die meisten anderen Banken, eine undurchsichtige Gebühr auf den Währungsumtausch.

 

Die grafischen Anzeigen der Ein- und Auszahlungen sind nett anzusehen, aber bieten nicht wirklich einen Mehrwert. Ebenso die Kategorisierung, eine nette Spielerei, brauche ich aber nicht wirklich. Praktischer ist dann schon die Möglichkeit Zahlungen mittels Tags zu gruppieren. So kannst du zum Beispiel Zahlungen deinen Sommerferien zuordnen.

 

Eine Funktion, die definitiv fehlt, ist ApplePay. Laut neon ist dies jedoch in Arbeit, hoffen wir also, dass diese praktische und kontaktlose Bezahlfunktion bald verfügbar ist.

Was mir aufgefallen ist: Während meines Tests kam es ein paar Mal zu Wartungsarbeiten, die mehrere Stunden dauerten. Dann war die App jeweils nicht verfügbar, die Karte funktionierte aber natürlich weiterhin.

 

 

Zak

Das Einloggen bei Zak dauert viel länger und man fragt sich, was da so lange dauert, ist das Design der App doch nicht wirklich üppig und auch die Anzahl der Funktionen hält sich in Grenzen. Der integrierte Tippgeber (Chatbot) steckt noch in den Kinderschuhen und war anfangs kaum zu gebrauchen. Aber er lernt dazu, so kann er mittlerweile die Default-Bezugslimite der Maestro-Karte mitteilen oder auf den Wechselkurs von SIX verweisen.

 

eBill ist leider immer noch nicht verfügbar. Die Einführung wurde zum wiederholten Male verschoben. Ein neuer Termin steht momentan nicht fest oder wurde zumindest nicht kommentiert.

 

Was mich echt nervt: Die Zahlungsinformationen wie Adresse oder Namen der Empfänger werden nicht gespeichert. Man muss diese Informationen jedesmal neu raussuchen und eingeben.

 

ApplePay ist mit der virtuellen Visa Prepaidkarte erhältlich, aber mir ist das Aufladen, das zwar in Echtzeit funktioniert, zu aufwändig. Seit Oktober 2019 kann nun auch die Mastercard des Kartenherausgebers Viseca in ApplePay hinterlegt werden. Die Standard-Limite der Kreditkarte ist jedoch mit CHF 1'000 sehr tief angesetzt. Um sie zu erhöhen, muss der Kundendienst angerufen werden.

 

Wenn du Zahlungen von über CHF 5'000 pro Tag oder über CHF 10’000 pro Monat vornehmen willst, musst du diese telefonisch freigeben lassen. Dazu rufst du die Hotline an und musst ein paar Fragen beantworten. Dies erhöht zwar die Sicherheit, empfinde ich aber als ziemlich lästig. Gut, so hohe Beträge überweist man ja nicht unbedingt täglich. 

 

Ein Vorteil sind sind die Spartöpfe. Innerhalb der App kannst du Geld auf verschiedene Töpfe verschieben. Auch das automatische Sparen ist damit möglich. Damit kannst  du zum Beispiel monatlich Geld auf einen Ferientopf oder Steuertopf transferieren. In einem Konto kannst du als unterschiedliche Unterkonten anlegen, das ist sehr praktisch und funktioniert sehr einfach mit einem Fingerwisch.

 

Bei Zak ist das mit der Fremdwährung leider nicht so einfach. Ich habe beim Kundendienst per Mail betreffend angewendetem Wechselkurs und Wechselkursaufschlag nachgefragt und zurück kam: "Eine generelle Aussage ist schwierig. Bei allen Wechselkursen werden zum Mittelkurs, sei es zur Geld- oder Briefseite branchenübliche Spread/Gebühren genommen. In der Regel können diese Währungs- und Betragsabhängig sein." Falls ich den aktuellen Kurs erfahren wolle, solle ich ihre Hotline anrufen. Für mich ist diese Aussage für eine Smartphone-Bank nicht zufriedenstellend und auch die Transparenz lässt zu wünschen übrig.

 

Was ich bei beiden vermisse

  • Ländereinstellungen der Karten direkt in der App steuern und somit bestimmte Regionen und/oder einzelne Länder sperren
  • Direkte Anbindung von ApplePay und anderen Anbietern
  • Twint-Aufladung direkt vom Konto. Das Lastschriftverfahren dauert bist zu drei Tagen, für Smartphone Banken viel zu lange
Created with QuizMaker

Fazit

Wie eingangs erwähnt, habe ich schon vor über zwei Jahren meine traditionelle Bankbeziehung aufgelöst und bin auf Zak umgestiegen. Und seither vermisse ich die klassischen Banken überhaupt nicht.

Weil man mit neon Überweisungen viel einfacher und unkomplizierter durchführen kann, verlagert sich meine Haupt-App immer mehr zu neon. Und auch eBill möchte ich nicht mehr missen. Weiter ist es praktisch, wenn ich mein Standardkonto auch gleich im Ausland benutzen kann und nicht noch extra Geld auf ausländische Anbieter wie Revolut hin- und her überweisen muss. Momentan ist also ganz klar neon mein Favorit.

Zak mutet manchmal etwas an, als ob es für ein sehr junges Publikum als Einstiegs-App konzipiert wurde. Werden die Ansprüche ans Banking mit den Jahren dann grösser, wartet daneben schon das kostenpflichtige Zak Plus.

 

Und ich bin natürlich gespannt, mit welchen Neuerungen die beiden Apps in Zukunft auftrumpfen werden. Oder welche Konkurrenten sich in den Schweizer Markt wagen. 

UPDATE NEON

Seit dem 2. Juni 2020 kannst du dein neon-Konto auch mit Foto-Ident eröffnen - noch schneller, einfacher und bequemer.

Ebenfalls seit Anfang Juni ist Samsung Pay mit deiner neon-Mastercard kompatibel. Apple und Google Pay sollen im Verlauf des Jahres 2020 kommen.

Seit Anfang Juli arbeitet neon bei Auslandsüberweisungen mit TransferWise zusammen. Somit kannst du günstig und schnell 20 Währungen umtauschen und überweisen - siehe den entsprechenden Blogbeitrag.

UPDATE Zak

Seit Anfang Juli 2020 entfallen die 2% Gebühren bei Zahlungen im Ausland mit der virtuellen Zak Visa Prepaidkarte. Es wird nun direkt mit dem Referenzkurs der Cornèr Bank abgerechnet. Wie der Name es schon sagt, ist es allerdings eine Prepaidkarte, die immer wieder aufgeladen werden muss. Das kannst du direkt in der Zak App machen, aber für mich dennoch ein unnötiger Schritt. Und die Karte gibt es nur virtuell. In gewissen Ländern kann eine physische Karte als Backup-Option noch praktisch sein.

Profitieren

  • Auf meiner Empfehlungsseite findest du für beide Banking Apps Empfehlungs- und Gutscheincodes.

Wie sieht es bei dir aus? Welche Funktionen fehlen dir? Welche möchtest du nicht mehr missen?

 

Hast du Fragen zum Artikel oder wünschst du ein anderes Finanz-Thema detaillierter erläutert, dann schreib es unten in die Kommentare. Ich freue mich auf deine Anregungen und deine Meinung.


Transparenz und Disclaimer 

Für diesen Blogbeitrag wurde ich von niemandem bezahlt. Wenn du durch meinen Gutscheincode bei neon oder Zak ein Konto eröffnest, dann erhalte ich ebenfalls eine Entschädigung - genau wie du.

 

Kapitalanlagen sind mit Risiken verbunden, welche im schlimmsten Fall zum Verlust des eingesetzten Kapitals führen können.

 

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