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neon vs. Yapeal - welche Banking App ist die beste für deinen Alltag?

 

Seit Anfang Juli 2020 ist das digitale Portemonnaie der Challenger-Bank Yapeal am Start. In diesem Beitrag stelle ich dir den Funktionsumfang von Yapeal vor und vergleiche ihn mit neon.

Den Vergleich der beiden schon länger existierenden Schweizer Konten-Apps von neon und Zak findest du hier

Yapeal - Ya-was?

Yapeal setzt sich aus den Worten „Appeal“ und „Yap“ zusammen. Die Bedeutung des ersten Wortes dürfte bekannt sein, die des letzten war - zumindest mir - unbekannt. Yap ist die Hauptinsel der Yap-Inseln, einer kleinen Inselgruppe im Westpazifik. Und was hat das mit Banking zu tun? Auf der Insel Yap wird die Währung „Rai“ benutzt. Es handelt sich dabei um Steingeld, welches immer noch als Zahlungsmittel verwendet wird. Das sind aber keine kleinen Kieselsteine sondern bis zu vier Tonnen schwere Kalzit-Steine. Wechselt der Besitzer, so wird dies den Dorfältesten der Insel gemeldet. Die Ältesten bewahren und überliefern dann das Wissen verteilt und ohne zentrale Instanz. Dasselbe macht die Blockchain elektronisch - womit wir wieder beim Banking wären.

Am 06.06.2018 wurde Yapeal gegründet. Bald darauf wurde die Yapster-Community ins Leben gerufen. Möglichst früh sollten die Anwender ins Boot geholt werden. So spielen die Bedürfnisse der Kundinnen und Kunden bei der Entwicklung und Weiterentwicklung der App eine zentrale Rolle.

Kürzlich wurde bekannt, dass der Schweizer Vermögensverwalter Vontobel bei Yapeal als Investor eingestiegen ist. Vontobel nutzt bereits jetzt die Yapeal-Technologie für die digitale Kontoeröffnung und will auch in Zukunft auf die neuen Technologien von Yapeal zurückgreifen.

Yapeal-Konto mit Visa Debit Karte

Fintech-Lizenz der Finma

Die erste Schweizer Fintech-Lizenz der Eidgenössischen Finanzmarktaufsicht (Finma) ging an die Neobank Yapeal. Damit kann Yapeal eigene Konti mit persönlicher Schweizer IBAN anbieten, ohne auf eine andere Bank angewiesen zu sein. Als die bereits vorgestellte Konto-App von neon ins Leben gerufen wurde, gab es diese Fintech-Lizenz noch nicht. Neon arbeitet deswegen mit der Hypothekarbank Lenzburg zusammen.

 

Unternehmen mit einer Fintech-Lizenz dürfen maximal 100 Millionen Franken aufnehmen. Und die Gelder dürfen sie aktuell weder anlegen noch verzinsen. Im Falle von Yapeal werden die Gelder bei der Schweizerischen Nationalbank (SNB) deponiert. Und diese verlangt zur Aufbewahrung Negativzinsen. Unter einem Tagessaldo von CHF 25’000 verrechnet Yapeal diese Negativzinsen nicht weiter. Hast du jedoch mehr Geld auf deiner digitalen Wallet, dann werden 0.75% für die SNB plus 0.05% für Yapeal fällig. Das Unternehmen hat aber angekündigt eine volle Bankenlizenz beantragen zu wollen. Damit könnten dann auch Spar-, Vorsorge- und Anlagekonten angeboten werden.

Funktionen

Yapeal wirbt mit dem schnellsten Onboarding, welches ohne Video funktioniert und innerhalb von nur fünf Minuten erledigt ist. Zum Eröffnungsprozess kann ich leider nichts sagen, ich bin schon länger dabei und damals hat das noch etwas anders, aber auch schon sehr schnell, funktioniert. Falls du aktuelle Erfahrungen damit hast, dann lass uns doch daran teilhaben und schreibe sie unten in die Kommentare.

 

Cool ist die Möglichkeit die letzten 12 Zeichen deiner IBAN selbst auszuwählen. Da auch Buchstaben möglich sind, kann man im Rahmen der Vorgaben seinen eigenen Namen einarbeiten. Das könnte dann so aussehen: CH9283019FINANZDEPOT1. Ist natürlich eher eine einmalige Spielerei, denn wechseln kann man die IBAN nicht, aber mir ist kein anderer Anbieter bekannt, der dies ermöglicht.

 

Für Zahlungen und das ist neben Überweisungen (IBAN und QR-Rechnung) eigentlich das einzige, wofür man Yapeal zurzeit überhaupt gebrauchen kann, erhältst du eine Visa Debit Karte. Yapeal ist das erste Unternehmen, welches diese Karte in der Schweiz anbietet. Google Pay und Apple Pay wurden bereits implementiert Samsung Pay noch nicht. Das Hinzufügen deiner Visa Karte zu Apple Pay ist extrem einfach und erfolgt direkt aus der App, kein Abfotografieren und kein Bestätigungs-SMS. Der ganze Prozess braucht nicht mal eine halbe Minute.

Und Bezahlen, das kann die Challenger-Bank Yapeal! Bei jeder Transaktion erhältst du umgehend eine Push-Mitteilung und die Zahlung wird extrem schnell und stylish in der App dargestellt. Da wirkt das SMS von neon wie aus der Steinzeit. Liebes neon-Team, betreffend Push dürft ihr gerne Yapeal als Vorbild nehmen.

Bei Zahlungen in einer Fremdwährung wird übrigens der Visa Wechselkurs ohne Aufschläge weiterverrechnet.

Zu Testzwecken habe ich von meinem neon-Konto eine Überweisung vorgenommen und fünf Minuten später bekam ich von Yapeal eine Push-Benachrichtigung über den Eingang des Geldes! Wer braucht da noch Twint? Und wer hätte vor einem Jahr gedacht, dass Zahlungen in der Schweiz plötzlich dermassen schnell funktionieren?

 

Ganz neu: Seit dem Release von gestern kannst du jetzt auch deinen QR-Rechnungscode mit deinen Freunden teilen: Du verschickst den Code, dein Freund scannt ihn mit dem QR-Scanner seiner Bank (auch mit anderen Schweizer Konto-Apps möglich, er muss also nicht Kunde bei Yapeal sein), Betrag auswählen und schon überweist er Geld auf dein Yapeal Konto. Ganz ohne mühsames Abtippen der (so schön personalisierten) IBAN-Nummer.

 

Der Support ist direkt in die App integriert und bei meinen Anfragen hat er jeweils innerhalb von einigen Minuten reagiert. Der Tonfall ist hip und modern.

Community, #JoinTheMovement und Zukunft

Etwas überrascht hat mich die riesige Anzahl an Merchandising Produkten. Vom Baby-Lätzchen bis iPhone-Hüllen ist alles erhältlich. Die Macher versuchen Yapeal (etwas angestrengt) als Lifestyle-Marke zu positionieren. So sind auf der Webseite auch Yartists zu finden. Das sind MusikerInnen und KünstlerInnen, die die Marke Yapeal promoten. Einige der auf der Webseite aufgelisteten Vibes wirken dann auch etwas gar bemühend.

 

Der Funktionsumfang der Konto-App ist noch dürftig. Weder Daueraufträge, eBill oder LSV sind vorhanden. Für mich also noch nicht alltagstauglich. Was alles in der Pipeline steckt hört sich jedoch sehr spannend an, aber solange nicht verfügbar, sind es Versprechungen.

Es wird sich auch zeigen, ob die User bereit sind für die Nutzung von Yapeal ab Januar 2021 zu bezahlen. Das hängt sicher auch von der Höhe der monatlichen Gebühr ab. Diese will Yapeal gegen Ende Jahr kommunizieren. Falls du davor ein Konto eröffnet hast und dieses dann vor 2021 schliesst, musst du eine Fairplay Fee von CHF 10 bezahlen. Wenn du dich jedoch entscheidest Yapeal davor mit einem freiwilligen Betrag zu unterstützen, wird die Fairplay Fee nicht fällig.

neon vs. Yapeal - Der Vergleich

 

  neon Yapeal
Wo liegt mein Geld? Hypothekarbank Lenzburg Yapeal besitzt eine Fintech Lizenz. Damit müssen die Gelder zu 100% hinterlegt werden. Yapeal tut dies bei der Schweizerischen Nationalbank.

Kontoeröffnung/

Kontoführung/ Kontoschliessung

kostenlos

bis 1. Januar 2021 kostenlos. Monatsgebühr wird später publiziert. Wer Ende Dezember 2020 kündigt, bezahlt eine Fairplay Fee von CHF 10.00.

Karten Debit Mastercard: gratis

Visa Debit Karte: gratis

Apple Pay in Arbeit

ja

Google Pay ja

ja

Samsung Pay ja in Arbeit
Bargeldbezug in der Schweiz in CHF 2x pro Monat gratis, danach CHF 2.00

mit Sonect gratis

CHF 2.00

Bargeldbezug im Ausland 1.5% auf den Betrag CHF 5.00 pro Bezug
Einkauf Inland, Bezahlung mit Karte kostenlos kostenlos
Einkauf Ausland, Bezahlung mit Karte Keine Auslandsgebühren, ohne Wechselkursaufschlag (Mastercard Kurs) Keine Auslandsgebühren, ohne Wechselkursaufschlag (Visa Kurs)
Überweisung Ausland SEPA (EUR) Überweisungen mit TransferWise in Arbeit
eBill ja in Arbeit
Daueraufträge ja in Arbeit
Lastschriftverfahren ja in Arbeit
P2P Überweisungen in Arbeit teilen des QR-Rechnungscodes
TWINT Prepaid nicht geplant
Push-Nachricht bei Transaktionen in Arbeit (momentan per SMS) ja

FAZIT

Der momentan verfügbare Funktionsumfang von Yapeal ist für mich noch nicht alltagstauglich. In der Tabelle oben steht zu häufig noch "in Arbeit". Solange Daueraufträge nicht verfügbar sind, steht ein Wechsel von neon zu Yapeal als Hauptkonto sicher nicht zur Frage.

Yapeal macht interessante Versprechungen aber die müssen nun schnell umgesetzt werden. Zak und neon sind schon um einiges länger auf dem Markt und können ihre Position als Platzhirsche weiter ausbauen. Schweizerinnen und Schweizer sind ja nicht gerade bekannt für ihre Wechselfreude in Sachen Bankangelegenheiten - also Gas geben liebes Yapeal-Team.

Die bestehenden Anbieter dürfen sich jedoch in Sachen blitzschnelles Bezahlen und insbesondere dürfte sich Zak in Sachen Design eine Scheibe bei Yapeal abschneiden.

UPDATE YAPEAL

Seit Mitte September kann die Visa Debit Karte von Yapeal schnell und einfach zu Apple Pay hinzugefügt werden.

PROFITIeren

  • Neon Gratis Bankkonto mit CHF 10 Startkapital und Gratis-Kreditkarte, Gutscheincode: finanzdepot

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