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FlowBank – Was kann die neue Schweizer Online-Bank?

 

Diesen Sommer wurde bekannt, dass es bald eine neue digitale Bank in der Schweiz geben wird. Laut der damaligen Medienmitteilung „erfindet [FlowBank das] Online-Handelserlebnis neu“.

Seit Ende November kannst du bei der FlowBank ein Konto eröffnen. Also Grund genug, das Angebot näher unter die Lupe zu nehmen und zu testen.

FlowBank

FlowBank Logo

Ihren Sitz hat die digitale Bank in Genf. Gegründet wurde sie von Charles-Henri Sabet. Dieser gründete bereits 1999 die Synthesis Bank – eine Pionierin im Schweizer Online-Banking. Die Synthesis Bank wurde später mit der Saxo Bank fusioniert. In den Beiträgen über Selma und Yova ist dir die Saxo Bank bereits begegnet.

Im Sommer 2020 erhielt die FlowBank SA von der Eidgenössischen Finanzmarktaufsicht (FINMA) eine Bankbewilligung. Sie ist Mitglied der esisuisse, dem Verein für die Einlagensicherung der Schweizer Banken. So wird sie dann auch mit: „Ihr Vermögen in einem Schweizer Tresor.“

Kosten

Die Bank wirbt mit „transparenten“ und „wettbewerbsfähigen“ Preisen. Schauen wir uns dieses Versprechen etwas genauer an: Die Depotgebühren betragen pro Jahr CHF 40. Somit gehört sie zu den günstigsten auf dem Schweizer Markt. Es gibt kein Mindestinvestment, und es fallen keine Gebühren an, wenn du nicht handelst.

Kaufst du Aktien oder ETFs an der Schweizer Börse SIX, fallen Kommissionen von 0.10% an, wobei die minimale Kommission CHF 20 beträgt. In dieser minimalen Kommission ist die eidgenössische Stempelsteuer bereits enthalten. Die meisten anderen Broker verrechnen diese zusätzlich zu all den anderen Gebühren. Zu dieser minimalen Kommission fallen auch keine zusätzlichen Börsengebühren an, die sind ebenfalls bereits eingeschlossen.

Bei Fremdwährungen fällt eine Kommission von 0.5% an, was ebenfalls recht attraktiv ist.

 

Vergleichen wir dies mit der bekannten und etablierten Online-Bank Swissquote:

 

  FlowBank Swissquote
Depotgebühr pro Jahr 0.1%, min. 40 CHF (+ MwSt) 0.1%, min. CHF 60, max. CHF 200 (+ MwSt)

Wechselgebühr Hauptwährungen

0.5%

0.95% (bis CHF 50'000)

Titelauslieferung (elektronischer Transfer) pro Position

CHF 45

CHF 50

Kauf Aktien an der SIX im Wert von CHF 1'000

CHF 20

CHF 20

+ CHF 0.85, Kosten für Echtzeitinformationen

+ Börsengebühr

+ Eidg. Stempelsteuer

Kauf ETF an der SIX im Wert von CHF 1'000

CHF 20

CHF 9

+ CHF 0.85, Kosten für Echtzeitinformationen

+ Börsengebühr

+ Eidg. Stempelsteuer

Kauf Aktien an der NASDAQ im Wert von USD 1'000

USD 25

USD 25

+ CHF 0.85 (Kosten für Echtzeitinformationen)

+ Eidg. Stempelsteuer

Kauf Kryptowährung wird nicht angeboten

1% (CHF 5-10'000)

Überweisung eingehend kostenlos

kostenlos

Online Überweisung ausgehend CHF CHF 2

CHF 2

Eintragung Schweizer Aktienregister kostenlos kostenlos

Der Kauf von ETFs an der Schweizer Börse SIX ist bei Swissquote wesentlich günstiger. Ausserdem kannst du bei Swissquote Bitcoins kaufen und sicher aufbewahren.

 

Die Preisliste von FlowBank konnte ich auf der Homepage leider nur auf Englisch finden. Gerade für AnfängerInnen, die mit der Geldanlage und den dazugehörenden Begriffen noch nicht so vertraut sind, wäre eine deutsche Preisliste hilfreich.

Handelsplatz FlowOne

Smartphone mit FlowBank App

Die App habe ich nur im Demomodus getestet. Ich besitze also (noch) kein Konto bei der FlowBank. Ein Demokonto eröffnen kannst du übrigens auch: Einfach die App herunterladen, E-Mail-Adresse angeben, Passwort festlegen, und los geht es. Mit fiktiven EUR 100’000 kannst du die App dann ausgiebig ausprobieren.

 

FlowBank beschreibt ihren Handelsplatz als eine „intuitive, innovative und kosteneffiziente Plattform“. Aber wenn man ganz neu ist und noch nie eine Aktie oder einen ETF gekauft hat, stehen da immer noch sehr viele unverständliche Begriffe wie „GTC“ oder „IOC“, und die werden in der App auch nicht weiter erläutert.

GTC steht übrigens für Good-til-Canceled und bedeutet, dass deine Order bis auf Wiederruf gültig ist. Während Day bedeutet, dass deine Order am Ende des Tages gelöscht wird, falls es zu keinem Kauf kam. Diese Order-Option wirst du am häufigsten benutzen. IOC steht für Immediate or Cancel, diese Option kannst du als Privatanleger mit langem Anlagehorizont getrost ignorieren.

 

Bid und Ask – also die Geld- und Briefkurse (siehe dazu Beitrag zum Kauf eines ETFs) – werden bei einer Limit-Order so klein dargestellt, dass ich fast eine Lupe dafür brauche.

Die Bedienung hat mit der Verspieltheit von deutschen Onlinebrokern mit ihren schlanken und aufgeräumten Apps nichts gemeinsam. Jedenfalls brauchte ich eine Weile, bis ich mich auf der Oberfläche von FlowBank zurechtgefunden habe – intuitiv ist anders.

 

Und es sind bei Weitem nicht alle Produkte verfügbar. Ich habe zum Beispiel den beliebten Vanguard FTSE All-World UCITS ETF mit dem Symbol VWRL an der Schweizer Börse in Schweizer Franken gesucht, ihn aber nur an der London Stock Exchange gefunden. So sind an der SIX nur bescheidene 145 Aktien und ETFs verfügbar, also fast nichts. 

 

Die Web-Handelsplattform ist leider noch unübersichtlicher und eher für den erfahrenen Vieltrader als den sporadischen Langfristanleger ausgerichtet.

Laptop mit FlowBank Handelsplatz FlowOne

Sehr viel Gewicht, sowohl in der App als auch Web-Handelsplattform, nehmen grafische Charts ein. In der App sind die dann so klein, dass meistens unbrauchbar, ausserdem mit meinem langfristigen Anlagestil eher uninteressant. Gut gelöst ist jedoch, dass der Einkaufskurs in den Charts dargestellt wird. Bei anderen Brokern wird einfach der allgemeine Chart dargestellt, und man sieht nicht, wo man eingestiegen ist.

 

Leider hapert es auf dem Handelsplatz oftmals bei der deutschen Übersetzung. So steht nach dem Abändern einer Order: „Nach dem Ihre Position füllen wird von 0 auf 5 ZURN.SIX steigen“ – aha oder eher hä. Also einmal mehr leider für EinsteigerInnnen keine wirklich gute Wahl.

Ausblick

In Zukunft sollen Fractional-Shares angeboten werden. Damit kannst du dann Teile einer Aktie erwerben. Ein Beispiel: Eine Amazon-Aktie wird zu USD 3’185 gehandelt, mit Fractional-Shares kannst du einen Drittel der Aktie kaufen.

 

Ausserdem solle es eine FlowCard geben, eine Bankkarte in mehreren Währungen. Eine Niederlassung in Zürich sowie der Schritt ins Ausland sind geplant.

Fazit

Die tiefen Depotgebühren und die teilweise konkurrenzfähigen und transparenten Handelsgebühren sind sicherlich interessant. Das Versprechen einer intuitiven Handelsplattform, die das Handelserlebnis neu erfindet, wurde leider noch nicht eingelöst. Aber die Bank ist ja noch jung, lassen wir ihr Zeit, erst einmal Fuss zu fassen. In der Zwischenzeit kann sie gerne an den überhöhten Gebühren der eingesessenen (und eingeschlafenen) Schweizer Banken rütteln.

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